Als Wikileaks gegründet wurde lautete das Motto der Whistleblower Plattform „We open governments“ und der Grundgedanke dahinter war es allen Menschen freien Zugang zu Informationen, die öffentliche Angelegenheiten betreffen zu ermöglichen.
Doch in letzter Zeit ging es in den Medien immer öfter mehr um den selbsternannten Anführer Julian Assange, als um Wikileaks und seine Funktion als Plattform für geheime Daten & Informationen selbst. Und genau das passt früheren Wikileaks Mitgliedern, wie dem Deutschen Daniel Domscheit-Berg nicht. Er hatte sich schon vor längerer Zeit mit dem egozentrischen Anführer Assange zerstritten, als gegen diesen erste Vorwürfe wegen Vergewaltigung laut wurden. Domscheit-Berg riet Assange nach Bekanntwerden der Anschuldigungen als „Pressesprecher“ von Wikileaks zurückzutreten. Doch Assange reagierte auf den Ratschlag, indem er Domscheit-Berg Disloyalität vorwarf und ihn kurzerhand aus dem Projekt Wikileaks ausschloss.
Zudem bemerkte Domscheit-Berg, dass seiner Meinung nach die Veröffentlichungen von Wikileaks in letzter Zeit immer mehr zu einem (persönlichen) Krieg (von Assange) gegen die US Regierung wurde. Die zuletzt veröffentlichten Dokumente waren fast ausschließlich von US-Inhalt („Collateral Murder“ Videos, Afghan War Diaries, Iraq War Logs“ und zuletzt mit „Cablegate“ die US Botschafts Depeschen). Assange konzentrierte sich immer mehr auf Veröffentlichungen, die der US Regierung schadeten und schob kleinere Veröffentlichungen auf.
Hinzu kam, dass der Fokus der Medien von Wikileaks in letzter Zeit immer mehr auf Julian Assange selbst rückte. So überholte zum Beispiel der Begriff „Julian Assange“ den Begriff „Wikileaks“ auf Google News.
Aus diesem Grund plant Domscheit-Berg nun den Start einer neuen Whistleblower Plattform mit dem Namen „Openleaks„, wie er in einem Interview mit der deutschen Zeitung „der Freitag“ bekanntgab. Ziel dahinter ist es, die Inhalte wieder mehr in den Vordergrund und die Personen der Organisation in den Hintergrund zu rücken. Auch sollen die Daten nicht wie zuletzt beim Cablegate Leak exklusiv einigen Medien zugänglich gemacht werden, sondern die „Quelle des Leaks“ soll selbst entscheiden wem die Informationen vorab zugänglich sein sollen. Damit soll wieder mehr Objektivität entstehen. Nach der Veröffentlichung sollen die Datensätze allen zugänglich sein.
Technisch soll das Vorhaben durch „sichere elektronische Briefkästen“ für NGOs, Medienhäuser und Journalisten realisiert werden. Whistleblower können dann ihre Dokumente und Informationen an diese senden. Im Gegensatz zu Wikileaks ist Openleaks somit keine Seite (die auf fremden Servern liegt) sondern vielmehr ein Anbieter einer Softwarelösung zum sicheren Übermitteln von Informationen.